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                                                       Salziges
                                                                                                           Stand 28.04.09
Wie steht´s in Punkto „Salz“ in der Koihaltung?  Was bewirken dauerhafte Salzzusätze im Koiteich?

Messen, Daten sammeln, die Fischle beobachten,  Experten mit Fragen nerven, viele Bücher lesen und im Internet suchen.......

Ich möchte hier kurz informieren, zu welchen Ergebnissen ich gekommen bin.
Jugend forscht.;-)......... immer noch.
Im Brackwasser der Ostsee und im Nord-Ostseekanal (NOK) werden regelmäßig Karpfen gefangen. (Herr D.Bohn vom Landessportfischereiverband Schleswig-Holstein gab mir, auf meine Frage betr. Karpfenfänge im NOK, folgende Antwort: .... die Karpfenfänge sind leicht rückläufig. In den beiden letzten Jahren sind uns zwischen 250 und 300 gefangene Karpfen mit einem mittleren Gewicht von 2,7kg gemeldet worden.......)

In freien Gewässern lebende Karpfen werden schon wissen, was sie dort erwartet. Ob es nur das erweiterte Nahrungsangebot ist, oder gibt es andere Gründe?  (Reine Spekulationen von meiner Seite)Die Nordsee hat ca. 3% und die Ostsee zwischen 0,2% und über 1% an Salzgehalt. In Brackwassergebieten und im NOK vermischen sich die Werte und liegen irgendwo dazwischen. Ich denke mal so um die 1,2%. Wir diskutieren, ob Kochsalz schon in einer Konzentration von 0,2% bis 0,4% als Zusatz, für unsere Fische schädlich ist.

Wenn einige meiner Fische im Spätherbst in die Innenhälterung (IH) umziehen, habe ich die IH daraufhin vorbereitet. Nach einer Reinigung befülle ich das Becken zu einer Hälfte mit dem Wasser aus dem Außenteich und zur anderen Hälfte mit Frischwasser. Danach gebe ich Meersalz hinein, bis ich einen Anteil von 0,2% (2kg/m³) messe. Einige Tage nach dem Umzug der Fische gebe ich noch einmal etwas Salz hinzu. Für die folgenden 4-5 Monate halte ich so in etwa  0,3% bis 0,4%  „Salz“  im Wasserkörper. Meinen Farbkarpfen bekommt dies gut. Nachteiliges kann ich nicht berichten.

Im Frühjahr setze ich die Fische wieder in ihren Teich zurück.  Hierzu plane ich eine längere Anpassungsphase an das weniger salzige Teichwasser ein. Es geht einfach, indem ich nach den regelmäßigen Teilwasserwechseln kein neues Salz mehr zuführe. Den Teich im Garten wollte ich bislang mit keinem höheren Salzgehalt betreiben. Zum Ende des Sommers 2008 waren es nur 0,17%.


                        Meine Ergebnisse
 
 1) Es gibt Kochsalz, Meersalz, Steinsalz und Kristallsalz.
Natürliches Meersalz enthält über 80 Mineralstoffe, bis 5% Kaliumsulfat, Magnesium/Calciumchlorid, Mangan, Zink, Kupfer, falls es nicht gereinigt ist. Man beachte die graue Farbe von diesem Natursalz. Reinweißes Kochsalz ist tot. 

2) (Herr Balling, Dr.Biener GmbH:  Die Bestandteile natürlicher Meersalze, zu denen auch das Steinsalz gehört, lagern sich nacheinander in einer bestimmten Reihenfolge ab. So werden zunächst Calciumcarbonat, dann Gips, Anhydrit und schließlich auch Natriumchlorid als Halit abgelagert. Ein Teil dieser Ablagerungen ist schwer wasserlöslich. Synthetisches Meersalz wird deshalb aus leichtlöslichen Salzen gemischt.) 

3) Eine Weile habe ich natürliches Steinsalz genommen - bin aber davon wieder abgekommen. Feine aber sichtbare Rückstände setzen sich in den Schiebern und Ventilen ab und schmirgeln an der Substanz der Dichtungen. Künftig werde ich synthetisches Meersalz verwenden.




4) Im Meersalz enthaltene Antagonisten (entgegenwirkende Substanzen) neutralisieren die Giftigkeit die vom Natrium ausgeht.

5) Die Salzkonzentration im Fisch darf nicht dauerhaft überschritten werden. Von den Experten wird hierzu ein Wert von bis zu 0,9 % (im Fischblut) angegeben. Ich orientiere mich an den von W. Schäperclaus gemachten Angaben. Dieser liegt bei etwa 0,6-0,7%.

6) Dass man ausschließlich jodfreies Salz für Bäder verwenden soll habe ich schon oft gehört oder gelesen. Die Begründungen hierzu sind aber etwas mager ausgefallen. Aussagen von Seiten der Experten gibt es kaum. Wenn mir mein Koi-Salz ausgegangen ist, verwende ich schon mal unser Küchen-Marken-Jod-Salz für ein Kurzzeitbad. Einfaches (totes) Siedesalz ist für Heilbäder sogar besser geeignet. 

7) Bis sich das Salz restlos aufgelöst hat, sollten die Fische nicht gefüttert werden da ein erhöhter Salzkonsum zu oft tödlich verlaufenden Darmentzündungen führen kann.  

8) Meine Fische sehen sehr gesund aus und fühlen sich auch gut an. Sie atmen ruhig und fressen, wie man es von Koi erwarten kann. Dass sich mal ein Fischle von der Gruppe absetzt oder Ruhe sucht, beobachte ich nur noch sehr selten. In der IH wird `sich` nicht mehr gescheuert oder gesprungen. Mit diesem Salzgehalt im Wasser konnte ich einen Rückgang von Karpfenpocken beobachten. Ich werde das weiter beobachten. Kleine äußere Verletzungen auf der Fischhaut heilten sofort ab.
Bakterielle Infektionen, Lochfraß und Verpilzungen traten nicht mehr auf. Aeromonas - und Pseudomonas Erreger bevorzugen offensichtlich eine eher ‚süße’ Umgebung.

9) Mit dem Salz wird die Sauerstofflöslichkeit im Wasser beeinflusst.
In einem geringen Maße nimmt diese dann ab. Diesen Effekt  können wir aber getrost vernachlässigen.

10) Kochsalz hat eine Schleim verflüssigende Eigenschaft. Eine dünnere Schleimschicht auf den Kiemen begünstigt ebenfalls den Sauerstoffaustausch. Offenbar regulieren Fische den Umfang des Kiemengewebes nach Bedarf. Bei verbessertem Sauerstoffaustausch kann Kiemengewebe abgebaut und dessen Oberfläche verringert werden.

11) Der flüssigere Schleim unter Kochsalzeinfluss wirkt sich auch positiv auf die Abwehr von Bakterien und Parasiten aus. 

12) (Schäperclaus 1990: Eine starke Kochsalzlösung wirkt sich zwar grundsätzlich hautreizend und entzündungserregend aus, aber durch die Natrium-Ionen werden beim Fisch als Gegenwirkung die Hautkolloide gereizt und zur Schleimproduktion veranlasst)

13) Selosse und Rowland (1990) haben sich mit der Frage beschäftigt, ob Natrium-Chlorid ein adäquates Mittel zur Bekämpfung von Ichthyo bei australischen Warmwasserfischen ist, da die sonst üblichen Mittel schwieriger in der Anwendung und vor allem giftiger sind. Sie testeten eine Dosierung von 5g NaCl/L Wasser bei 2 Fischgruppen mit jeweils einer unbehandelten Kontrollgruppe, sowie bei 2 Einzelexemplaren anderer Arten. Alle behandelten Fische haben temperaturabhängig die Infektion innerhalb von 7, bzw. 14 Tagen gut überstanden, wobei danach keine Neu-Infektion mehr vorkam (Resistenz). Dagegen sind alle Fische der Kontrollgruppen verstorben. Den therapeutischen Wert des Kochsalzes, welches die in der Fischhaut eingenisteten Stadien nicht beeinflusste, sehen sie in der Zerstörung des Lebenszyklus des Parasiten und vermuten zusätzlich heilsame Eigenschaften, darunter die Förderung der Schleimproduktion, der Heilung zerstörten Haut- und Kiemengewebes, sowie positive osmoregulatorische, anaestetische und möglicherweise antibakterielle Effekte auf die gestressten Fische.
Daher empfehlen die Autoren die von ihnen durchgeführte Behandlung ausdrücklich. 
Quelle :  www.fischgesundheit.de  //

14) Koi haben in ihrer Körperflüssigkeit eine höhere Salzkonzentration im Vergleich zu dem sie umgebenden Wasser. Hierdurch dringt ständig etwas Süßwasser in den Fisch ein. Die Menge einsickernden Wassers wird durch verschiedene Faktoren mitbestimmt. Dies sind der Salzgehalt des umgebenden Wassers, die Wassertemperatur, die Zusammensetzung des Futters, Verunreinigungen des Wassers, Sauerstoffgehalt, Stress, Alter der Fische, ihre körperliche Aktivität, usw. Außerdem können verschiedene Erkrankungen den ´Wasserhaushalt´ beeinflussen. Zum Beispiel führen Schädigungen der Haut (Parasiten, Wunden) beim Koi zum verstärkten Wassereinstrom.
Das Wasser wird über Niere und Kiemen wieder ausgeschieden. Dies hat aber den Verlust von lebensnotwendigen Elektrolyten (gelöste, in ihre positiven und negativen Bestandteile dissoziierte Salze) zur Folge. Diese osmotisch aktiven Substanzen `im Fisch` sind Natrium und Chlorid Ionen, die über 75% der Osmolalität ausmachen. In geringerem Maße sind Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphate, Sulfate usw. daran beteiligt.
Zum Beispiel kann eine Ichthyo-Infektion den `Wasser-Elektolyt-Haushalt` betroffener Koi aus dem Gleichgewicht bringen, weil die Parasiten die osmotische Barriere (Haut und Kiemen) zerstören. Hines und Spira (1974) untersuchten u.a. die Blutionenkonzentration von Spiegelkarpfen, die vom Ichthyo befallenen waren und fanden heraus, dass die Ionenkonzentration von Natrium und Magnesium im Blut-Serum deutlich erniedrigt war.
Diese Verluste müssen ausgeglichen werden. Gerade erkrankte Fische sind aufgrund des erhöhten Verlustes von Elektolyten oft nur deshalb in Lebensgefahr.  
15) Die Filterbakterien können gut leben mit einem Salzgehalt um die 0,4%, wenn sie langsam daran angepasst werden. Der Biofilter bleibt aktiv. Für manche Wasserpflanze kann schon ein geringerer Kochsalzanteil schädlich sein. Das Wachstum von Fadenalgen wird zumindest reduziert. Meine Fadenalgen schwächeln auffallend. Salz kann sich ebenfalls schädlich auf Schnecken, Krebse und Muscheln auswirken.  Goldfische vertragen auch leichte Salzgaben.  Anderen Land- und Wassertieren ist der Besuch meines Teiches vollkommen freigestellt. Den meisten Besuchern aus dem unteren Luftraum auch. ;-)  

16) Die Leitfähigkeit des Wassers erhöht sich. Dies spielt keine Rolle. Durch eine bessere Teich-Hygiene lässt sich das ausgleichen.

17) Man sagt, Salzwasser gefriert erst bei tieferen Temperaturen. Dies ist wohl richtig, ist aber als ein `Pro-Salz` Argument für uns nicht erwähnenswert. (Reines  Süßwasser gefriert bei 0°C,    Wasser mit 1% (10kg/m³)  Salz erst bei etwa – 0,6°C.) Was machen ein paar Pfund Salz in unserem Aussenteich da schon aus?

18) Sollte trotz des Salzgehaltes einmal die Zugabe von Chemikalien in  Teich oder Haltungsbecken notwendig sein, muss erst ein größerer Wasserwechsel stattgefunden haben. Die Koi könnten sonst dauerhafte Schäden davontragen. Ich würde diese Kombination niemandem empfehlen. 

19) Bei Nitrit-Gefahr, z.B. bei neu eingerichteten Teichen, oder im Herbst und Frühjahr wenn die Filterbakterien nicht mehr oder noch nicht stabil arbeiten ist eine Zugabe von Salz ratsam. Befindet sich ausreichend Chlorid im Wasser, entfällt für den Fisch die Notwendigkeit dieses aus dem Wasser stark anzureichern. Dadurch verringert sich die Stoffwechselleistung (Nierentätigkeit) für diesen Anreicherungsprozess  und auch das Nitrit wird nicht mehr angereichert. Wildgoose (2001) empfiehlt dafür eine Zugabe von 1-3 mg NaCl/L, dies entspricht einer Menge von 1-3 g. auf 1000 Liter. Nach Noga (2000) soll, abhängig vom Nitrit-Wert die 6-fache Menge an Chlorid-Ionen ausreichen.

20) Mit etwas Salz im Wasser kann der Fisch aufgrund des „osmotischen Ausgleichs“ offenbar Energie einsparen. Dies wirkt sich u.a. positiv auf die Futterverwertung (Wachstum) aus.

21) Die  meisten meiner Koi entwickelten „nur unter Salz“ kräftigere Farben. Es mangelt mir leider noch an Beweisen für diese Behauptung. Ich könnte hier nur über meine eigenen Beobachtungen der letzten 4 Jahre berichten. Bin über die reine Spekulationsphase aber schon hinaus!  Wissenschaftliche Untersuchungen gibt es keine. Werde hier Bericht erstatten.
 
22) Große Vorsicht ist geboten, wenn wir Metalle mit dem Salzwasser in Kontakt bringen.  Reaktionen in Verbindung mit Kupfer sind gefährlich für die Fische. Ein Salzbad in einer verzinkten Wanne endet sehr schnell tödlich. Metall dürfen wir, mit Ausnahme von Edelstahl, generell nicht verwenden. Überprüfen sollte man zuvor auch, ob Teichpumpen /Filterbauteile etwas Salz vertragen.  Wenn sie Zeolith im Einsatz haben, kann die NaCl-Zugabe die Wirksamkeit dieses Filtersubstrates aufheben/umkehren.

23) Eine gesättigte Kochsalzlösung eignet sich auch gut zur Desinfektion von Arbeitsgeräten rund um den Koiteich.  Das „Material“ sollte anschließend in Süßwasser ausgespült und an der Luft getrocknet werden.
24)  Wenn immer wir Salz verwenden, ob als Tauchbad, Kurzbad oder Dauerbad, ist die richtige, die wirksame Dosis entscheidend. Neben dieser wirksamen Dosis, gibt es eine unwirksame, eine toxische und eine letale Dosis. Anhand des angestrebten Zieles ist zu unterscheiden zwischen dem milderen Langzeitbad und dem sehr aggressiven Kurzzeitbad. Wenn wir die Wirkzeit-Dosis verringern steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Parasiten/Erreger unsere Angriffe überstehen.
Ein Salzbad zur sofortigen Bekämpfung von Parasiten ist daher nur wirksam, wenn es hochdosiert ist. Je länger das Salz in hoher Dosis wirken kann, umso mehr schädigt es die Parasiten. Salzkonzentration und die Verweildauer der `Badegäste` stehen  in einem engen Zusammenhang, sind aber nach Größe/Alter der Fische, Kondition, schwere der Erkrankung, Zielsetzung, und Wassertemperatur anzupassen. Dabei ist es wichtig ein klares Feindbild zu haben. Will man Erfolg haben muss man den Parasiten kennen. Ein Hautsaugwurm z.B. und junge Ichthyo sind nur durch eine „ richtige Packung“ angreifbar. Hierzu muss der Patient am besten seine Schleimhaut ablegen. Beim „Schlappo“ Costia  hingegen sind viel geringere Mengen NaCl ausreichend. 

 25) In der Literatur habe ich sehr unterschiedliche Empfehlungen zu  Kurzzeitbädern gegen Außenparasiten wie Trichodina, Chilodonella und Costia gefunden.  
Nach Schäperclaus (1979)  wird bei einer 1%igen NaCl-Lösung,Trichodina innerhalb 1 min, Chilodonella innerhalb 2 min und Costia innerhalb 15-32 min sicher abgetötet. Bei einer 1,75% Lösung stirbt Costia nach 4 min. Eine 2,5% Lösung tötet Costia in 30 sec zu 100%.

zum Vergleich: 

         Autor                              Dosis/Wirkzeit                   Anwendung gegen

Hoffmann (2005)                  5-10g/L  20-60 min                              Einzeller
Untergasser (1989)              15-20 g/L für 10 - 45 min                      Einzeller
Treves-Brown (2000)            30g/L max. 10 min                                  ?
W.Scott (1998)                     5-20g/L 10-20 min           Einzeller, Pilze, Kleinkrebse ,Egel
Amlacher (1992)                  25 g/L für 10-15 min                      Einzeller,Fischegel
Schäperclaus (1990)             25 g/L für 10-15 min                      Einzeller (Wurm ?)
Baur/Rapp (1988)                  10-15g/L für 20-30 min                            k.A.
J. Hofmann (1987)                 15-20g/L   30 min                        (fehlende Angabe)
G.Bassleer (1983)                 1-10gL   für Kurz/Dauerbad                      k.A.
Lammens (2004)                    15g/L  für 10 min.                    Einzeller, Pilze, Bakterien
Lechleitner                           5-10g/L  für 15-60 min.                          Einzeller

(Neuere Angaben zur Bekämpfung der Karpfenlaus, Würmer usw. stelle ich demnächst ein)

Da die Therapie bei geschwächten und bei sehr jungen Fischen als „risikoreich“ einzustufen ist, halten sich einige Koi-Hobby-Buch-Autoren mit ihren Empfehlungen zur  Wirkzeitdosis vorsichtig zurück. Unpräzise Angaben sind aber (aus meiner Sicht) unbrauchbar und führen nur dazu, dass kaum noch jemand Salzanwendungen in Erwägung zieht. Weil sich bei unwirksamer Dosierung kein Erfolg einstellt, schließen unerfahrene Koi-Liebhaber daraus, dass Salzbäder z.B. den Costia eher stimulieren, anstatt ihn zu töten. Mit der Folge, dass das Wasser wieder und wieder „blau“ oder „rot“ eingefärbt wird.

26) Ich will hier mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Salzbäder nicht herunterspielen. Wirksame Salzbäder belasten die Fische natürlich auch. Junge Koi ( K1) oder sehr kranke Fische überleben ein unbeaufsichtigtes Kurzzeitbad, gegebenenfalls nicht. 
Hier ein paar Daten zum Toleranzlimit für `Lütte `(K1).  nach Schäperclaus 1979, S.189
(Letal = der medizinische Begriff für "tödlich", LD50 = tödl.-Dosis für 50%)

LD50 bei 15g/L (1,4%) in 2,5 Std
LD70 bei 25g/L (2,5%) in 1,5 Std. 
LD100 bei 20g/L in 4 Stunden.
 
Für kleine, konditionsschwache Fische ist das Tauchbad vorzuziehen.

Die Parasiten quälen unsere Fischle. Sofortige und möglichst kurze Ersthilfe ist angesagt.
(Amlacher hierzu) Wesentlich ist die rasche Erholungsfähigkeit der Fische nach einem Salzbad - selbst beim Auftreten starker Nebenwirkungen - wenn sie danach wieder in Frischwasser gesetzt werden.

27) Die Parasiten werden schnell durch chemisch-physikalische Einwirkung abgetötet. Sie werden durch das K-o-c-h-s-a-l-z vergiftet und den Rest erledigen die osmotischen Vorgänge. In die abgelöste Schleimhaut eingebettete Würmer, Ichthyo usw. bleiben im Badewasser zurück. 

Ich gebe hier zwei Beispiele für „ wirksame“ Kochsalzbäder - zur Anwendung gegen die meisten Außenparasiten.

28)                          Das Kurzbad         (Für kräftige, größere Koi) 

 
Geben Sie in ein geeignetes (Kunststoff)Behältnis die Menge Teich- oder Frischwasser, die Sie für richtig halten. (Badewassertemp. gleich Haltungswassertemp.!!) 

Das Kochsalz einstreuen.  ( 25gNaCl /je 1 Liter Wasser)  Gut durchmischen bis restlos alles in Lösung gegangen ist.
Das Badewasser dann wenigstens ein paar Minuten gut belüften. (Zeit zum Fischfang.)

Dann kann es losgehen. 25 min sollte der Patient möglichst darin verbleiben. Viel Zeit um den Fisch näher zu betrachten/untersuchen. Schon nach wenigen Minuten drehen sich 99% der Fische auf die Seite. Dieses Phänomen ist lange bekannt. Es sollte ihnen auch keine Sorgen bereiten. Ich habe noch keinen Koi gesehen, der diese Reaktion nicht gezeigt hat. Alle befinden sich in bester Gesundheit. Achten Sie dabei nur darauf, dass ihr Fisch weiter atmet.

Anschließend setzen Sie den Fisch in das Haltungsbecken oder in die Quarantäne. Besser wäre es, wenn Sie ihn zuvor noch kurz in ein sauberes, salzfreies Erholungsbad geben. Nach sehr kurzer Zeit erholen sich die Fische wieder. (2-3min)
 
 die `stabile` Seitenlage. Kein Grund zur Panik! ( werde dbzgl. weitere Infos liefern) 
Schauen Sie nur, dass der Fisch noch regelmäßig atmet.
                                                   
29)                     Das Tauchbad  
                         ( sehr effektiv und es wird besser vertragen)

 
Hierzu benötigen Sie zwei Behältnisse. In einem lösen Sie 50gNaCl/je1 Liter auf. In das andere kommt nur Wasser.

Der Fisch wird für etwa 1 min in die Salzlösung gegeben und wird danach in das Erholungsbad gesetzt. Nach wenigstens 1 min wiederholen sie den Durchgang. Alles in allem sollte er 5 mal dort durch. Seine Schleimhaut wird er in der Folge abstoßen. Mit ihr die darin eingebetteten Parasiten. Diese Vorgehensweise ist sicherlich sehr arbeitsintensiv, verspricht aber bessere Ergebnisse. Unsere Koi sollten es uns wert sein. Gerade zur Bekämpfung von Hakenwürmern ist dieses Tauchbad bestens geeignet. Schäperclaus (1990) weist darauf hin, dass Kochsalz in der höherdosierten Kurzzeitanwendung effektiver ist.

Beide Verfahren sind als Wiederholungsbäder immer möglich, aber erst dann sinnvoll, wenn sie auch einen Nutzen bringen. Wenn es uns z.B. um (Nach) Behandlung bei parasitärer Erkrankung geht, sollten wir die `Natur` des Parasiten kennen. Auf den nachfolgenden Seiten (s. Krankheiten) stelle ich ein paar der häufigsten Plagegeister vor.

30)                „Salziges“ im Überblick und mal auf einen Nenner gebracht

                                    (so macht man es eigentlich nicht)

NaCl / m³
in %   
Angabe

bis 10g

bis 100g

ca. 300g   

350g    

bis 400g

980g    

bis 1kg

1,7kg   

ab 2,5kg

3kg      

ab 3kg  

ca.3,5kg   

bis 5kg

bis 6kg

ab 6kg 

ca.8kg 

ca.11kg   

25kg 

ca.35kg    

50kg

ca.290kg

ca.350kg

0,001 

0.01

0,03

0,035

0,04

0,098

0,1

0,17

0,25

0,3

0,3

0,35

0,5

0,6

0,6

0,8

1,1

2,5

3,5

5

29

35  

sind im Regenwasser als `normal` zu betrachten

ist ein normaler Wert für Oberflächenwasser

die kleine „Prise Meersalz“ als Zusatz für alle Koi-Teiche

sind in meinem Leitungswasser grundsätzlich enthalten

Grenzwert für Trinkwasser

messe ich gerade in dem Bier.......... vor mir  :-)

sprechen wir von Süßwasser

hatte ich (gegen Fadenalgen) im Herbst 08 in meinem Außenteich

wird die Unterwasser-Flora sichtbar beeinträchtigt

die „ Erste Hilfe“..... bis der Arzt kommt ......

lässt die Bakterienaktivität langsam nach

sind in meiner Innenhälterung (im Herbst) immer drin

sollten dem Transportwasser für Koi zugesetzt werden (5g/l)

Die beste Therapie (max.4Wo.) gegen viele Einzeller

Verödungszone der Süßwasser-Fauna

sind in 1000 Litern Karpfenblut :-)  ( s. lfd.Nr 5)

haben die Ostsee, der NOK, die Tideflüsse

entsprechen 250g/10L als Kurzzeitbad gegen Einzeller (s.lfd.Nr.28)

sind in den Ozeanen

500g/10L als Tauchbad, (s. lfd. Nr.29)

sind im Toten Meer

ergeben (bei 25°C ) eine gesättigte NaCl- Lösung           


31) In der Literatur und im Internet gibt es sehr viele „gestreute“ Informationen zum Thema „Salz in der Fischhaltung“ und ich wollte endlich geklärt wissen, welche Wirkung ich durch etwaige Salzzusätze in das Fischwasser erziele.

Ich werde auch häufig gefragt, welchen Salzzusatz ich für einen Koi-Teich grundsätzlich empfehlen würde. Im Normalfall kann ich die Anfragen nur leider nicht beantworten.

Ein naturnaher Teich und ein Show-Becken für Koi sind schon mal zwei verschiedene Dinge. Ich kenne auch ihren Teich und die näheren Umstände/Einflüsse und ihre Erwartungen nicht. Wollen Sie mit dem Zusatz von Salz nur ein Krankheitsbild bekämpfen, oder haben Sie andere Ziele, die Sie anstreben?

Gesunde, natürliche Gewässer ziehe ich gar nicht in Betracht. Wenn alles in naturbelassenen Bahnen läuft, finden Karpfen dort „ergründelbare“ Naturnahrung, stabile Wasserwerte, unterschiedliche Wasserzonen und Strömungen, Schatten, Deckung, Ruheräume, Laichzonen, usw. vor. In der Natur stehen z.B. auch Krankheitserreger/Parasiten immer in Konkurrenz mit anderen Organismen. Hier würden  Salz-Zusätze das Gleichgewicht des Ökosystems stören. 
Mit gewissen Abstrichen könnte dies so auch für die Koi-Haltung gelten.
Dann sage ich:

               „Finger weg vom Salz!“ oder  „Never change a running System!”

Viele moderne Koi-Teiche werden aber entsprechend den Wünschen und Ansprüchen der Hobbyisten geplant und gebaut, obwohl man vorrangig den Bedürfnissen der Tiere gerecht werden sollte. Die Fische leiden folglich häufig unter den unnatürlichen Haltungsbedingungen und Stressoren (oft auch für uns unsichtbar).



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